Wer ist so einer, der so malt: der mit Vorliebe im Monochromen abenteuert und zugleich in tektonischer Monumentalität; der das Kolossale und scheinbar Ewige liebt, die Unendlichkeit und die Ur-Ruhe; der den Dunst der Ferne mag und auf unterkühlte Schönheit setzt; der sich die Welt in seinen Bildern vorbeitreiben lässt, als wäre sie Niemandsland oder absulute Schöpfung; der alles Bunte scheut, das Zufällige, den Plot; der in die Allgewalt der Natur Bedrohung, Einsamkeit, aber auch Erbauung impliziert? In seinen Bleistiftzeichnungen lebt dagegen mehr Unmittelbarkeit. Da stenografiert er handwarm seine Eindrücke und lässt Stimmungen in Perspektiven fluchten. Doch auch hier minimalisiert er die Darstellung auf einen Kammerton, der Stille und Besinnlichkeit suggeriert.
So erschafft sich Eichstaedt die Welt nach seinem Bilde, indem er das Tatsächliche auf Gerade, Schräge und Kreise reduziert, die Formen kontert, Kuben ineinanderschiebt und daraus seine Ideallandschaften aus geordneten Farbfeldern und -räumen baut.
Das rationale Element ist ihm dabei ästhetische Konstante mit künstlerischer Gültigkeit.
Vielleicht ist in Eichstaedts Künstlerseele die seltsame Symbiose aus Konstruktivismus und Romantik wirksam. Den Betrachter jedenfalls vermögen seine Bilder in befremdliche faszinierende und imaginäre Welten zu entführen.
Dr. Maren Kratschmer-Kroneck
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