Aquarellisten sind die Schnellläufer und Sprinter unter den Künstlern. Da entscheidet bereits der Start über das Ziel. Doch können selbst auf kurzen Strecken noch tausend Unwägbarkeiten passieren: Zufälle, Vorfälle, Unfälle, sodass eine sichere Ankunft nicht vorausberechenbar ist; denn da pulst Spontaneität, da triumphiert der Augenblick, da kolportiert ein plötzlicher Einfall. Da kippen dann alle Vorsätze und wechseln die Stimmungen, fluten unerwartet bald neue Farbwelten ein, bald leuchten lustvoll Lichter auf: ein ständiges Belauern, Wägen und stenografisches Notieren, ein unmittel- bares Spiel mit Erwartungen und Hoffnungen, mit Gefühlen und Empfindungen vor allem. Und nur jeder zehnte Versuch ein Treffer, so der Künstler. Andreas Mattern reist durch Europas Länder und Städte oder durch New York und berauscht sich an deren Architekturen und Atmosphären, erprobt deren Panoramen, Fluchten und Perspektiven, fahndet in den Stadtgesichtern nach Typischem und ist dabei bereits unterwegs in neue Abstraktionen. Er balanciert auf seinen Augenblickseingebungen, auf tages-und jahreszeitlichen Spannungen, reagiert darauf auf heitere, sonnige, trübe oder raue Weise, Luft und Duft inklusive.
Und er resümiert dabei: Ich aquarelliere, also bin ich!
Dr. Maren Kratschmer-Kroneck
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