Ein Leben, das sich exemplarisch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrunderts realisierte: bewusst begonnen im Feuersturm von Dresden („Ringsum Feuer!"), dann die Jugend- und ersten Mannesjahre eines von der offiziellen Gesellschaft nicht Angenommenen, Ausgegrenzten, der- jeglichem Akademismus zum Trotz - als „Alien" unter den DDR-Künstlern wild in radikale Renitenz explodierte („Vergessen Sie nicht, woher ich komme!"), schließlich das Glück, jenseits der Landesgrenze Anerkennung zu finden. 1980, da war er vierzig, seine Ausbürgerung und sein rasanter Aufstieg in die Weltkunst. So gehört er zu jenen Künstlern, um die sich die DDR selbst amputiert und betrogen hat. Seither ist A. R. Penkauf Siegeszug, sein Name ist stilbildendes Markenzeichen für eine spezifische künstlerische Weltsicht, die er „Stand-Art" nennt. Albrecht Ralf Penck, der „System-, Biid- und Eiszeitforscher"!
Er standardisiert den Menschen nach dem Vorbild steinzeitlicher Ritzzeich-nungen zu Piktogrammen, um dadurch dessen Aktionen, aber auch dessen Manipulierbarkeit zu verdeutlichen: der Mensch als Handelnder und Gehandeiter in einer Welt der Standards, Signale und Symbole, reduziert auf Formel und Gebärde, als Matritze in einem Schalt-kreis, als Kürzel in einem Stenogramm, als Notat inmitten einer genormten Sozietät - am Ende das Bild als eine Art Kunst-Esperanto mit Flugblattcharakter. Oder exemplarisch und existenziell auch dies: „Mann und Frau, der Eros, die Unendlichkeit, das Universum, die Angst, das Animalische in übergroßen Tieren als Bedrohung und der Natur des Menschen untrennbar eingeschrieben."
Dr. Maren Kratschmer-Kroneck (Zitate nach A. R. Penck) |