Es ist, als ob da einer die Genesis nachvollziehe: Die Schöpfung herb, offenbar schon bewohnt, doch alle Habitate wieder verlassen, nur die Arche mit Überlebenden rettend unterwegs in mythischen Räumen irgendwo zwischen Ausbruch und Aufbruch, zwischen Urknall und Apokalypse. Zurück geblieben sind die Menschheitszeichen Kreuz, Pfeil, Boot, eben die Archetypen, wie sie bis heute ihren Sinn haben. In Farben Erde, Lehm und Feuer. Es ist ein Schweben in meditativen Räumen, die Horizonte weit, als tauche Christian Lang in Unendlichkeit und Ewigkeit. In ihnen sedimentiert die Zeit. Und er hat Hochachtung vor Versteinerungen, in denen Jahrmillionen lagern wie in einem Archiv.
Christian Lang hat in DDR-Zeiten zu diesen Metaphern gefunden, nutzte auch „Formeln" wie Auge, Schlange, Spirale, Flügel, dazwischen immer wieder geheimnisvolle Hieroglyphen. Und das alles schien zu vermelden: „Und es lebt trotzdem!" Das war ihm zunächst Symbolsprache.
„Lyrische Abstraktionen" nennt er folgerichtig seine Arbeiten, zumal er oft auch über Musik zu seinen Bildfindungen gelangt.
So sind seine Grafiken und Malereien eigentlich Stillleben „aus Musik, Landschaft und Sprache", und jede druckgrafische Arbeit ist, auch wenn er sie zu immer neuer Variation entwickelt, selbst in der Serie ein nicht wiederholbares Unikat. So hat sich Christian Lang mit seiner unverkennbaren Handschrift, seinen erdigen Farbklangspielen in episch-dramatischpoetischen Arealen, in denen zuweilen berstende Stille zu herrschen scheint, eine Welt voller magischer Faszination eingerichtet, in der unser Leben doch immer wieder als bewahrendes Aktivum eingebracht werden möchte. Dr. Maren Kratschmer-Kroneck |