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Ellena Olsen

Ellena Olsen verfügt über besondere Materialaffinität und -Sensibilität und damit über künstlerische Doppelexistenz:

(1) eine malerisch impulsive, sinnlich ungebremste, rauschhaft über- schwängliche, farbensprühende, -schleudernde Gestaltform, die bald aktionistisch und bald genüsslich malerische Delikatessen bereitet. In ihnen ist Gegenständliches allenfalls nur noch erahnbar, obwohl es doch allem zu Grunde liegt; es gibt bei ihr also nichts Gegenstandsloses, aber es wird mitunter bewusst chaotisiert und bis ins Abstrakte verformt und "dicht" gemacht: etwa das pastos Knallrotliegende im Eis oder ists gehetztes Wild oder freigesetzte Energie oder unaufhaltsame Aggression? Und ist das "geöffnete Rot" Krake oder Monster oder klaffende Wunde?
Es sind jedenfalls furios in Farbe verrührte Affekte. Ellena Olsen trippt da offenbar aufgeregt und kühn auf de Koonings wildem Pfad.                        Doch ihr umfangreiches Œuvre umfasst neben Malerei und Zeichnung auch Collagen, Assemblagen und Objekte.

(2)  Daher ihrer Doppelexistenz zweiter Teil: ihre "Farm der Tiere", seltsames Sammelsurium von allerlei transparent montiertem Getier, der Korpus oft als Korb, Gerüst und Rüstzeug, den Blick in Inneres freigebend.
Es ist ein fabuliertes Gehege animaler, scheinbar außermenschlicher Lebensformen und ist als Trophäen-Schau hintersinnige Schöpfung voller Skurrilität. Vielleicht ist das überhaupt ein wichtiger Wesenszug der Olsen, der manches erklärt: die ironisch-satirischen Brechungen, indem sie etwa in ihren Animals Distanz sucht zu dem in spontanen Einfällen Kreierten und dann mit wesentlich längerem Atem Geschaffenen. Sie nennt es schließlich spöttisch "Geigentierchen" oder "Großer Schultheiß".

Dr. Maren Kratschmer-Kroneck

Rotliegendes
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Öl auf Leinwand < 2001
Biographie
 

1957 in Bischofswerda geboren
1976 Abitur in Leipzig
1976-81 Studium Malerei/Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Lehrer:
Mayer-Foreyt und Heisig Diplom
1989-91 Meisterschülerin an der Akademie der Künste in Berlin Lehrer: Kettner
1981-88 freischaffend in Gera
seit 1989 freischaffend in Berlin

Ausstellungen u.a. in Ahrenshoop, Berlin, Bremen, Dortmund, Gera, Kiel, Nürnberg, Trier, Unterwellenborn und Weimar

Beteiligung an Ausstellungen u.a. in Amsterdam, Basel, Berlin, Fredrikstad, Göteborg, Grenoble, Haarlem, Liege und Maputo

Rot - geöffnet
<
Öl auf Leinwand < 2001
 

 

Großer Schultheiß
< Materialmix