Mit scharfer Kontur ist er der Technik auf der Spur. Das unversöhnliche Hell-Dunkel des Holzschnittes bietet ihm ideale Möglichkeiten, konstrukti-vistischer technischer Dinglichkeit eine Seele einzuhauchen: die seine.
So entstehen auf reduziertes Schattendasein getrimmte "Ab-Bilder" jener zivilisatorischen Objekte, die uns - nolens volens - längst voll im Griff haben und ohne die unser Leben nicht mehr vorstellbar ist. Doch liefert uns der Künstler durch seine totale zeichenhafte Verknappung zugleich auch eine verblüffende Asthetisierung: Das Allbekannte erhält durch seine scherenschnittartigen Schlagschatten den Charakter von Härte, es wird dadurch verfremdet und versöhnt dennoch auf faszinierende Weise mit den geome-trisierenden und nahezu abstrakten Formen. Und siehe da: Eine neue Art "Schönheit" tritt uns entgegen, die das ansonsten oft Sachliche und Perfektionistische mitunter sogar als sinnliche Ereignisse feiert. Wir erleben sie in expressiver Komposition, die sich in scharfem Gegenlicht als selbstständige Ge-Bilde von einzigartiger Wirkung erweisen. Da bündeln sich Linien, sie verdichten sich zu Zentren, werden abstrakte Architektur. Die Räume sind im Bodenlosen nur noch erahnbar; die Leere erhält Farbe und bekommt dadurch Gewicht. Die Zyklen heißen "Bruchstücke", "Wegzeichen", "Transit", "Schatten". Brücken werden erahnbar "über tiefen Wassern". Der Mensch ist allenfalls noch Statue.
Dr. Maren
Kratschmer-Kroneck |