Er
konserviert auf wunderbare, eindringliche Weise ein Stück "verlorener" Flora
und bewahrt sie - behutsamer Chronist - mit stillem Protest,
bevor sie endgültig vergeht. So setzt er mit erregter Sensibilität
und großem Respekt vorm unscheinbaren Detail auf Besinnung.
Etwa wenn er sich in ein Stück Waldboden versenkt und dessen
chaotische Struktur ergründet, freilich mit dem Wissen um
wohlkalkulierte ästhetische Ordnungsprinzipien. Es ist,
als fixiere er eine sich rein zufällig ergebende Situation,
doch er richtet sie mit Detailüberschärfe und feinsten
Nuancen an, zelebriert akribisch Naturzitate, kostet alles mit
fotogenauer Brisanz kulinarisch aus und wandelt es - u.a. mittels
Vergrößerung - auf magische Weise in Übernatürliches.
Dabei bleibt die Farbigkeit verhalten, doch werden die Tiefen
in ihrer Dunkelheit gesteigert. Sie driften dann ab ins Andachtsschwarz.
Und siehe: Das Chaos bekommt einen elegischen Klang, und aus
Hingewelktem, Abgestorbenem bricht zuweilen zaghaftes Dennoch-Grün.
- Kunst als ultimatives Zeugnis von Existenziellem. Am Ende ists
tiefsinnige Metapher gegen das Vergessen.
Dann aber auch wieder
der konsequente Schritt zur Abstraktion, zur totalen Befreiung
vom Gegenstand hin zur Kür ohne
Abbildforderung. Er überzieht große Flächen
mit einem Musterteppich und betreibt ein feinnerviges kalligrafisches
Spiel mit flimmernden und flirrenden Zeichen. Er nennt es "Choreografie" und
verweist damit einmal mehr auf seine sensitive künstlerische
Regie, indem er die Flächen in tänzerischer Dynamik
und Rhythmik schwingen und changieren lässt.
Dr. Maren Kroneck
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