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Künstler der Galerie
Joachim Weigend
 

Der Maler und der Plastiker Joachim Weigend liegen sich offensichtlich im Clinch. Der Maler nimmt alles unters scharfe Lineal. Wirklichkeit bricht er zu scheinbar starrer Geometrie. So schafft er geordnete Kunstwelten, künstlerische Alternativen zu unserer pulsierenden, chaotischen Realität. Seine Formdisziplin, die er bis zur Abstraktion steigern kann, ist also coole Reaktion auf die Kunterbuntheit der Welt, auf die Zufallsereignisse, in die wir eingebunden sind. Weigend baut in „Gegenwelten" Klänge zu unterkühlten Harmonien auf. Am Ende ists meditative Malerei - ein Bekenntnis zu Gleichgewicht und Ordnung. Seine Bauelemente sind Gerade (Senkrechte, Waagerechte, Schräge) und Halbkreis. Daraus formt er architektonische Visionen zu prismatischen Gebilden, die er sowohl formal als auch farbig ausbalanciert. Die Palette ist radikal reduziert auf vorwie-gend kühles Blau, Türkis und Grau. Eine Zeiebration aus Ruhe und Melancholie.

Der Plastiker Weigend ist hierzu sein Anta-gonist. Da schmeichelt dann einer organischen Körpern. Metall, Stein oder Holz verschleift er zu weiblichen oder auch tierischen Formen. Manchmal sinds verschlungene Paare. Doch auch hier werden Naturformen durch Kunstformen gebrochen. Weiche, wellige Konturen fügen sich konvex oder konkav in unsere Hand. Die Starrheit des Materials wird gewandelt zu handschmeichlerischen sinnlichen Angeboten, und sie werden dadurch zu taktilen Ereignissen.

Joachim Weigend hat sich in einer Kunstwelt eingerichtet, die seit Jahrhundertbeginn mit Begriffen wie Konstruktivismus und Kubismus umschrieben wird. In dieser Richtung geht er unbeirrbar seinen Weg.


Dr. Maren Kroneck


Biographie
1951 in Eichicht geboren
1957-1966 Schulbesuch in Saalfeld 1966-1969 Lehre als Forstarbeiter in Morgenröthe/Erzgeb.
1969-1972 in mehreren Berufen - u.a. als Galvaniseur und Gütekontrolleur - in Saalfeld tätig seit 1972 Maschinist im Wasserkraftwerk des
Schokoladenwerks Saalfeld
1975-1977 Hospitant im Zirkel Bildende Kunst im Kulturpalast Unterwellenborn
Lehrer: Herbert Strecha
1983-1986 Ausbildung als Leiter für bildnerisches Volksschaffen (Malerei/Grafik)
seit 1992 Mitglied im Verband Bildender Künstler

Personalausstellungen in Berlin, Naumburg, Saalfeld und Unterwellenborn

Beteiligung an Ausstellungen in Duisburg, Gera, Rudolstadt, Saalfeld, Schloßkulm,
Unterwellenborn und Skiernievice


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