Der
Maler und der Plastiker Joachim Weigend liegen sich offensichtlich
im Clinch. Der Maler nimmt alles unters scharfe
Lineal. Wirklichkeit bricht er zu scheinbar starrer Geometrie.
So schafft er geordnete
Kunstwelten, künstlerische Alternativen zu unserer pulsierenden,
chaotischen Realität. Seine Formdisziplin, die er bis zur
Abstraktion steigern kann, ist also coole Reaktion auf die Kunterbuntheit
der Welt, auf die Zufallsereignisse, in die wir eingebunden sind.
Weigend baut in „Gegenwelten" Klänge zu unterkühlten
Harmonien auf. Am Ende ists meditative Malerei - ein Bekenntnis
zu Gleichgewicht und Ordnung. Seine Bauelemente sind Gerade (Senkrechte,
Waagerechte, Schräge) und Halbkreis. Daraus formt er architektonische
Visionen zu prismatischen Gebilden, die er sowohl formal als
auch farbig ausbalanciert. Die Palette ist radikal reduziert
auf vorwie-gend kühles Blau, Türkis und Grau. Eine
Zeiebration aus Ruhe und Melancholie.
Der Plastiker Weigend ist
hierzu sein Anta-gonist. Da schmeichelt dann einer organischen
Körpern. Metall, Stein oder Holz
verschleift er zu weiblichen oder auch tierischen Formen. Manchmal
sinds verschlungene Paare. Doch auch hier werden Naturformen
durch Kunstformen gebrochen. Weiche, wellige Konturen fügen
sich konvex oder konkav in unsere Hand. Die Starrheit des Materials
wird gewandelt zu handschmeichlerischen sinnlichen Angeboten,
und sie werden dadurch zu taktilen Ereignissen.
Joachim Weigend
hat sich in einer Kunstwelt eingerichtet, die seit Jahrhundertbeginn
mit Begriffen wie Konstruktivismus und
Kubismus umschrieben wird. In dieser Richtung geht er unbeirrbar
seinen Weg.
Dr. Maren Kroneck
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