Der
Malprozess verlangt von ihr höchste Konzentration und physische
Kraft. Die meisten Bilder entstehen in einem Guss, sie werden
ohne Unterbrechung und im wahrsten Sinne von der Seele gemalt
und sind damit Ausdruck höchster innerer Erregung. Malen
ist ihr ein emotionaler Akt, der seine Spontanität und Authentizität
behalten soll und daher auch nicht durch nachträgliche Korrekturen
geschönt und damit verfälscht werden soll. Dafür
stehen auch die Titel vieler ihrer Bilder: „Intensionen“ -
also eine Malerei aus innerer Kraft, Anspannung, Gründlichkeit,
Eindringlichkeit bis hin zu expressiver Heftigkeit, sich auf
der Fläche in voller Intensität künstlerisch ausleben.
Der bewegte rhythmische Pinselduktus beim Farbauftrag macht dabei
ihre unverkennbare Handschrift aus. Sie bevorzugt Spektralfarben,
die sie in harmonischen Übergängen facettenartig und
mit breiten Pinselschraffuren in differenzierte sensible Farbklänge
wandelt. Den Ursprung dieser Schraffurmalerei führt sie
auf ihre frühere zeichnerische Ausbildung in Tbilissi zurück,
wo Körperstudien vor allem mit fein nuancierten Bleistiftschraffuren
nachempfunden und umgesetzt wurden. Solche Schraffuren mit breiten
Pinseln in Farbklänge umzuwandeln, ist ihr ein interessantes
künstlerisches Anliegen und Abenteuer. Es sind oft Ganzfiguren-
bilder, also stark abstrahierte Mensch-Wesen, die in engsten
Raum gezwängt
sind, in ihrer Freiheit gedrosselt. Nirgends scheint eine Chance
auf Ausbruch, allenfalls ist Überlängung
bis an die Schmerzgrenze noch möglich. Dennoch verfügen
die Figuren über Dynamik und Energie, als wollten sie die
Formate sprengen, die Grenzen negieren. Die auffallend schmalen
Bildformate sind bewusst gewählt, um den Figuren gedrängte
Vitalität zu verleihen. Das Werk der georgischen Künstlerin
ist durchdrungen von persönlichen Lebenserfahrungen, Hoffnungen
und Visionen.
Dr. Maren Kroneck
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