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Künstler
der Galerie
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Karl
Jüttner. |
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Ich
kenne ihn als einen jener denkenden, philosophierenden und experimentierenden
Künstler, die Kunstwissen, Empfindsamkeit und Sinnlichkeit
unentwegt mit Sinn verbinden. Dabei kann er aus einem reichen
Fundus an Lebens- und Kunsterfahrung schöpfen. Das machte
ihn in den 70-er und 80-er Jahren zu einem Avantgardisten der
DDR-Keramik. Er führte sie von der Gefäßkeramik
zur freien Objektkeramik und schließlich zur Figurplastik.
Dabei interessierte ihn die menschliche Figur sowohl als seelischer
Ausdrucksträger als auch als Verkörperung einer Biografie.
Er eroberte sich dazu die strenge Formensprache archaischer Terrakotten,
die er bald sinnlich, bald würdevoll asketisch oder verletzlich
und zerbrechlich zu Stelen und Statuetten aufbaute. Ihn reizte
hierbei die faltige, rissige, schrundige Oberflächenstruktur,
die Verwundungen und Vernarbungen assoziiert. Die oft überlängten
Senkrechachsen und das Fehlen der Arme und Hände betonen
Gefährdung, Wehrlosigkeit und Hilflosigkeit. Alles Verbindliche,
Dekorative ist getilgt. Mit seinen "Köpfen" schuf
er eine Typologie menschlicher Charaktere. Er stellte sie in
ihren Verkarstungen und Verkrustungen dar. Wir begegnen Tätern
und Opfern, Siegern und Besiegten, Verlarvten und Maskierten.
Als Zeichner ist Karl Jüttner ebenfalls nah an der menschlichen
Figur. Doch hat er auch hier nicht Anatomie oder gar Individualität
im Sinn, sondern die Figur als menschliches Charakter- zeichen.
Karl Jüttner hat mit seiner Kunst immer wieder Maßstäbe
eingebracht. Sein 80. Geburtstag ist uns Anlass zur Rückbesinnung
auf einen Lebensweg, dereine lange Spur "gebrannter" Zeugenschaften
gesetzt hat.
Dr. Maren Kroneck
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Figur
< Pinsel; Tusche
< 1977 |
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Kleine
Rakuscheibe
< 1972
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Biographie
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10.4.1921 in Saalfeld geboren
1935-39 Lehre als Druckereikaufmann
1940-42 Studium der Malerei
in Innsbruck
seit 1945 freischaffend als Maler, Grafiker, später
auch als Keramiker und Plastiker in Saalfeld
seit 1952 Mitglied
des Verbands Bildender Künstler
1956-68 Werkstattgemeinschaft
mit Gerda Körting
1963 Heirat mit der Pianistin und Malerin Renate
Schmidt
seit 1968 eigenes Atelier in Saalfeld
1978 Goldmedaille für
Keramik in Faenza
Kunstpreis des Bezirkes Gera
1983 Berufung in die Internationale
Keramikakademie Genf
2006 in Saalfeld verstorben
Eigene Ausstellungen u.a. in Annaberg-Buchholz,
Babelsberg, Bad Köstritz, Berlin, Büdingen, Bukarest, Chemnitz,
Dresden, Erfurt, Gera, Halle, Jena, Jockgrim, Karlsruhe,
Kulmbach, Leipzig, Luckenwolde, Meerane, Nürnberg, Osnabrück,
Potsdam, Rudolstadt, Saalfeld, Singen, Sondershausen, Stuttgart,
Unterwellenborn, Weida, Weimar und Westerwald
Beteiligung an Ausstellungen u.a. in Belgien, Bulgarien, China, Estland, Frankreich, Italien,
Jugoslawien, Kuba, Litauen, Österreich,
Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Spanien, Tschechien,
Ungarn und in den USA
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Sitzende
< Terrakotta, gebrannt
< 1988
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Ohne
Titel
< Terrakotta, gebrannt
< 1990
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Atelierblick < um
1990 |
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