Sie
ist darauf aus, feinnervig Beziehungen zu finden zwischen ihrem
Ich, dem Anderen und dem Fremden und sie nennt es: die "Gleichzeitigkeit
des Ungleichartigen" entdecken. Also das Leben zwischen
Nähe und Exotik aufspüren und in ein Symbol bannen
und dabei eintauchen in fremde Existenzen. Sie sucht den interkulturellen
Dialog und begibt sich mit ihren Stahlskulpturen auf eine Schiffsreise
zwischen Kontinenten und Kulturen. Und dann wieder der Versuch,
mit seinem Ich anzukommen in einem Du, einer Partnerschaft, einer
Paarung, ohne - bei aller Achtung vor dem Anderen - die Gegensätze
zu leugnen zwischen männlich und weiblich, aktiv und passiv,
hell und dunkel, Licht und Schatten; die Nuancen und Widersprüche
erkennen in den Beziehungen zwischen Mensch und Mensch, zwischen
Mensch und Kultur selbst noch in der zartesten Vereinigung. Und
das mit leiser Farbigkeit in nur sparsam angedeuteten Räumen,
diffus zwischen Kreide und Acryl. Also immer wieder das Duale
sehen noch in jeglicher Harmonie, die zwei Seelen ahnen
in eigener Brust. So heißt eine Bildfolge "Annäherungen",
feierliche Hochformate allesamt: Begegnungen, Findungen, Zuwendungen,
Berührungen, Deckungen, Durchdringungen, und fortwährend
Schutz und Geborgenheit suchend. So sind es beredte Paarkompositionen
und -kombinationen bei weitgehender Reduzierung der Figuren bis
zu Andeutung und Symbol. Und ob in Afrika oder Lateinamerika,
immer fragt sie nach dem Mythischen, Mystischen, Ethnischen,
Kultischen, Symbolträchtigen, studiert sie Trophäen,
Masken, Totems, spürt sie "Könige", "Wächter" und "Boten" auf
und lässt sie nach ihren Entwürfen per Laser in Stahl
schneiden. Damit stilisiert sie die vorwiegend auf senkrechte,
steile Lineatur gebauten Figuren ihrer Bilder vollends zu streng
geformten Chiffren.
Dr. Maren Kroneck
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