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Künstler
der Galerie
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Rolf
Münzner |
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Münzner
hat die Heimsuchungen eines Brueghel, oder die Ängste eines
Bosch geistern durch seine Blätter. Wer das Figurenspektakel
als bloßes Panoptikum nimmt, kommt ihm nicht nahe; es ist
mindestens ebenso ein Pandämonium. Sitten-, Sinn- und Zerrbild
in einem. Und Münzner hat Lieblingsmetaphern: Kampfring,
Karussell, luftiger Steg, Maschine, Gefährt. Und immer ist
da Bewegung, etwa auf der ständig kreisenden Drehbühne
oder in gefährlich instabiler Lage. Aber auch die Figuren
gestisch, pantomimisch, streitend, ringend, schwebend, schiebend,
aussteigend, abspringend, stürzend, in der Waage. Ein dünnhäutiger,
passionierter Diagnostiker macht Zeitansage, definiert die Lage,
gibt Kunde von seiner Existenzempfindung. Dabei kommt er zu absurden
Ergebnissen: Die Welt ist ein Ringelspiel, das kleinbürgerlich
Monströse in ewiger Kreisbewegung. Seit Jahren schon beschäftigt
ihn das. In nahezu zwanghafter Manie kommt er immer wieder darauf
zurück, die Reihe wächst sich zum Zyklus aus. Zu DDR-Zeiten
war es noch ein schauriger anachronistischer Vorbeimarsch von
Popanzen und Saturierten, in Bewegung gehalten von Sklaven und
Knechten und Bütteln; oder eine Drehbühne mit martialischen
Kriegern schob sich vorbei, davor der Munchsche Schrei eines
Kindes (das war zur Zeit der Hochrüstung). 1991 ist es ein
wackliges "Narrenkarussell" mit einer recht illustren
Gesellschaft, die nur noch eines gemeinsam hat: die verrottete
Drehscheibe, angetrieben von einem Schaf und mittels dubioser
Mechanik.
Geändert hat sich auch Münzners Duktus. Der Genauigkeitsfetischist
von einst, der ganz in die korrekte, scharfe Linie gekrochen war,
in ihr seine Phantasie gebrochen hat, sie und sich immer wieder
disziplinierend, läßt sie und seine Lithofeder nun frei
flanieren, da bewegt sich die hochempfindliche Nadel eines Seismographen über
den Stein, jeden Impuls und jede Erschütterung kritzelnd fixierend:
die Reagibilität eines hypersensiblen Zeichners, dessen Atem
und Puls die Schreibfrequenz vorgeben. In den Strichelungen und
den Krakelüren oder in der klecksenden Tusche die Registratur
noch der kleinsten Er- schütterung: die Humanqualität
des Künstlers.
Dr. Edwin Kratschmer
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Biographie
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3.1.1942 in Geringswolde/Sa. geboren
1943 Vater im 2. Weltkrieg
vermißt
1956-1960 Lehre und Arbeit als Maschinenschlosser
in Leisnig
1960-1962 Armeedienst. Besuch von Abendkursen an
der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
1962-1967 Studium der Grafik und Illustration an der HfGB in Leipzig
Lehrer:
Fröhlich. Mayer-Foreyt, G.K. Müller, Tübke
1969-1972 Aspirantur an der HfGB bei Arloth, Kapr, Kuhrt
1973-1992 Lehrauftrag
für Aktzeichnen und Einführung
in die Illustration an der HfGB
seit 1990 Leiter der Werkstatt
für Lithographie an der
HfGB
seit 1992 Professor
Personalausstellungen
in Altenburg, Bad Kosen, Berlin-Ost und -West, Boizenburg, Brandenburg,
Erfurt, Frankfurt/Oder, Gera, Greifswald, Grimma, Hannover, Jena,
Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Meerane, München, Neubrandenburg,
Nürnberg, Unterwellenborn und Zwickau in Bern, Krakau, Oviedo
und Turin
Ausstellungsbeteilgungen
in Bulgarien, CSFR, Finnland, Frankreich, Großbritannien,
Italien, Japan, Jugoslawien, Norwegen, Osterreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, Schweiz, Sowjetunion und Ungarn
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Quijote
< Schablithographie < 1989 |
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zu
Heinrich Heine "Anno 1829"
< Schablithographie < 1983 |
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