Zum Beispiel die Serie "Köpfe für Köpfe": unterwegs in der Menschenwelt, sonderbare Begegnungen, Tete-ä-te-tes mit mutiertem Nachbar, mit Kobolden, Monstern und anderem Getier, die Mäuler mit Zähnen wie gewetzten Dolchen. Leben unter Larven, Furien, Harpyen und Models fashionable. Unterwegs auf freier Wildbahn. Ists Bloßlegung einer Psycho-Anatomie, Reduzierung auf Psychoporträts? Und dann der Engelsturz: Ab in den Orkus mit den Verdammten. Vielleicht aber auch so: Uraltes Spiel: Erkenne dich selbst: Ein Ich im Spiegel: Was ist Nächtens nur mit meiner Physiognomie geschehn. Wie hat sich mir das Gesicht verzerrt. Was blüht aus mir. Welcher Wolf drängt da aus meinem Antlitz. Zu welchem Wesen bin ich unterwegs. Wie unkenntlich bin ich mir. Welche Metamornhosen stehen
mir noch bevor. Und wie sehn ich mich nach edler Einfalt und stiller Größe, nach Romantik und Gefühligkeit, nach Harmonie und Schönschön. Aber all das will mir nicht gelingen. Ich bin mit mir selbst bevölkert und bin mir eigner Alb.
Wo Rettung könnte sein, da schießen Splitter quer. Da zerschlag ich die Spiegel, aber in den Träumen kehr ich mir wieder. Ich furcht mich vor mir Schwarzem Mann. Und bin doch auf die Welt gekommen, um sie zu beglücken. Ich wollt, ich könnt mir aus der Haut. Ich wollt, ich war kein Kain und ein Abel. Vielleicht gelingt es mir, wenn ich mir lang genug gegenübersteh. Kunst kann vielleicht Rettung sein, sich selber besser zu erkennen und damit die Welt. Denn im Anfang aller Erkenntnis steht mutige Selbstbeschau. Dr. Maren Kratschmer-Kroneck |