In
ihm kreuzen sich zwei Interessenlinien: die des Drucker- und
die des Naturfetischisten. Als gefragter Hoch-, Tief - und Flachdrucker
ist er seit zwei Jahrzehnten präsent und anerkannt. In kongenialem
Zusammen- spiel hat sich ihm bereits eine große Künstlerklientel
anvertraut: Altenbourg, Anderle, Brunovsky, Bruszis, Herzog,
Hirsch, Kato, Mörstedt, Paetz, Paladine, Sakulowski, Tübke...
Sie schätzen ihn als Mitwirkenden an ihren grafischen Werken.
Als Schüler Horst Arloths steht er in der Erbfolge des
genialen "Schwarz- künstlers" Senefelder.
Im sensiblen Umgang mit Stein, Platte, Walze, Farbe und Abdecklack
hat er sich in der Magie des Druckens seine eigene Ästhetik
entdeckt. Zu seiner Domäne gehören Lithografie und
Radierung, Schnitt und Stich, Vignette und Plakat, Schwarz-Weiß und
Farbe, Einzelblatt und Grafikmappe. Und jeder Druck erweist sich
ihm selbst noch in der x-ten Abfolge eines Auflagendrucks
als neues Abenteuer mit unkalkulierbaren Überraschungen. Dennoch fühlt
er sich dabei immer nur bescheiden als "Mann im Schatten". Allenfalls
tragen die Drucke dann als Qualitätssiege! seinen Prägestempel. Das
sensitive Interesse an der grafischen Struktur führte
ihn eines Tages zur Entdeckung des vielfältigen grafischen
Elements in der Natur. Kniephoffs wissenschaftlich angelegte
BOTANICA IN ORIGINALI und Funckes weltberühmtes gedrucktes
HERBARIUM aus dem 18. Jahrhundert mögen ihm dabei ebenso
Pate gestanden haben wie Haeckels überschwengliche, hedonistische
Feststellung, dass "die Natur der größte aller
Künstler" sei.
Und ehrfürchtig legt Zimmermann nun ausgewählte florale Originale
in die Presse und/oder bringt sie als Pflanzen-Umdrucke aufs Blatt. Fasziniert
vom filigranen Gespinst und der feinen Lineatur der Lebensadern fühlt
er sich als ihr Dokumentarist, Bewahrer und ganz "im Auftrag der Natur".
Eines seiner Credo-Bätter nennt er AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT.
Es geht ihm also um das Fixieren von einst Gelebtem. Oft werden die Natur-Motive
auch zum Ausgangsmaterial für originäre Variationen, Kombinationen
und Überlagerungen, wobei er jedoch die Ur- und Naturformen voller Respekt
akzeptiert.
Dr. Maren Kroneck |